Warum die Living Soil Journey? Unsere Mission und Ziele

Living Soil Journey Hände mit Boden

Gesunde, fruchtbare Böden bringen Kohlenstoff zurück in die Erde, halten und reinigen das Wasser, sind Lebensraum für Milliarden Lebewesen und sichern unsere Ernährung.

Studien haben bewiesen, dass durch einen bodenschonende landwirtschaftliche Nutzung, die Vielfalt der Lebewesen im Boden verdoppelt werden kann. Eine Steigerung des organischen Kohlenstoffs der Böden um jährlich 4 Promille würde reichen, um menschgemachte Kohlenstoffemissionen vollständig zu kompensieren - mehr Humus und weniger Kunstdünger reduzieren zudem den Ausstoß der hochpotenten Treibhausgase Methan und Lachgas. Stirbt der Boden, sinken demnach auch unsere Chancen gegen Klimakrise und Artensterben dramatisch. Allein die Schäden degradierten Bodens in der EU summieren sich auf jährlich 1,25 Mrd. Euro während in Deutschland pro Tag 60 Hektar Naturraum zu Bauland umgewidmet werden. 
Der Boden ist das höchste Gut der Landwirte! Er ist die Basis ihrer Existenz und Fundament für den Anbau gesunder Lebensmittel. Viele Landwirte, biologisch und konventionell, sehen sich in der Verantwortung, sorgsam mit ihren Böden umzugehen. Sie wollen mit ihrer Erfahrung, ihrem Fachwissen, moderner Technik und vorbeugenden Maßnahmen die Böden nachhaltig bewirtschaften und schützen. Eine Allianz aus Unternehmen, Zivilgesellschaft und Kreativen macht sich deshalb auf den Weg: Mit der “Living Soil Journey” wollen wir die wirksamsten Lösungen zur Agrar- und Ernährungswende identifizieren, miteinander vernetzen und nachhaltig fördern.

Böden in Bedrängnis

Abholzung, Versiegelung, industrielle Landwirtschaft: Die Zerstörung gesunder Böden gilt als Hauptursache des Artensterbens und ist Treiber der Klimakrise

Acker muss anders. Eine Trendumkehr ist überfällig. Das Gute daran: Die Lösungen für gesunde Böden sind längst hier! 

Unter dem Sammelbegriff “Regenerative Landwirtschaft” vereinen sich Methoden wie Agroforstwirtschaft, “Carbon Farming” , die Produktion von Pflanzenkohle oder traditionelle Anbaumethoden wie biologisch-dynamische Landwirtschaft. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten baut diese lebendige Landwirtschaft Humus auf statt ihn zu verbrauchen, wird Wasser besser genutzt und werden Böden resilienter gegen (klimabedingtes) Extremwetter. Tiere, Insekten, Organismen und Pflanzen sind dabei Mitgestalter für fruchtbare Böden. Die Pflege und Achtung des Ökosystems, statt Ausbeutung und Pestizideinsatz, führen langfristig auch zu mehr Produktivität und Qualität der Ernte.

Voll von Leben

Unter 1m2 gesunden Boden mit einer Tiefe von 30cm können Millionen von Bodentieren wie Fadenwürmer, Milben oder Springschwänze und Milliarden Mikroorganismen leben. Hochgerechnet auf einen Hektar ergibt das ca. 15 Tonnen – das Gewicht von rund 20 Kühen. Es leben also wesentlich mehr Organismen in als auf dem Boden.

Wie gehen wir's an? Für die Umstellung ihrer Flächen brauchen Landwirt:innen finanziellen und fachlichen Anschub.

Politik und Förderungen müssen umgestellt werden, damit die regenerative Landwirtschaft aufblühen kann. Faire Preise, mehr Tierwohl und neue Technologien zählen ebenso zum Instrumentarium für die Agrar- und Ernährungswende. „Gemeinsam für gesunde Böden“ ist deshalb unser Motto - die „Living Soil Journey“ ist Plattform und Schubgeber für systemische Lösungen über Sektoren hinweg.

Die Living Soil Journey wirkt ganzheitlich und lösungsorientiert

1. Durch die Identifizierung, Vernetzung und Förderung der wirksamsten Initiativen für die Agrar- und Ernährungswende schieben wir die Trendwende für gesunde Böden an.

2. Wir testen Lösungsansätze über Sektoren und Silos hinweg. Lösungen, die systemisch und tragfähig wirken und langfristig Substanz beweisen, skalieren wir in die Breite (ökologisch, sozial, wirtschaftlich).

3. Das Ziel ist offen, der Pfad ist gesteckt: Durch kollaborative Methoden wie Open Social Innovation, Transformationsdesign und Inkubation können wir Komplexität bewältigen, Blockaden überwinden und zugleich pragmatische Lösungen etablieren.